Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Obergrossau

Die Chronik der Freiwillige Feuerwehr Obergrossau

seit 1912 – HEUTE

GESCHICHTE
der Freiwilligen Feuerwehr Obergroßau

Die Freiwillige Feuerwehr Obergroßau wurde im Jahr 1912
gegründet. Kommandant zur damaligen Zeit war Josef Lechner. Sein
Stellvertreter war Ignaz Fellner. Beide leiteten die Freiwillige
Feuerwehr bis zum Jahre 1937.

Bis zum Jahre 1935 war Anton Schleinler Kassier, daraufhin Herr
Winkelbauer.Die Alarmierung erfolgte damals durch die Ortsglocke, Horn bzw.
Trompete.Ab dem Jahre 1937 bis zum Krieg war Ludwig Rosenberger
Kommandant. Sein Stellvertreter war Alois Rodler sowie Kassier
Herr Winkelbauer.Während dem Krieg war Herr Heinrich Wurm der Kommandant
der Wehr.

Aussagen von Zeitzeugen deuten darauf hin, dass die
Wehr während der Kriegszeit durch Damen unterstützt wurde,
zumal die Männer in den Krieg mussten. So wurden die Einsätze
durch die Damen durchgeführt.

Altes Rüsthaus

Frauenmannschaft während der Kriegszeit. Geleitet von Herrn Ludwig Rosenberger.

1. Reihe v.l.n.r.: Hilda Meister, Theresia König, Dorothea Purkarthofer, Ludowika Pieber, Maria Reisenhofer,
Antonia Hadolt, Maria Purkarthofer, Maria König, Maria Dunkl, Maria Knabel
2. Reihe v.l.n.r.: Maria Gmoser, Maria Schöllnast, Olga (Nachname nicht bekannt)

Bilder der damaligen Führung unter Josef Lechner

Nach dem Krieg, sohin im Jahre 1945 war Leo Fellner Kommandant. Sein Stellvertreter war August Pölz und Kassier
Köck und Franz Schmalzl. Kommandant Leo Fellner führte die Wehr bis 1957.
Im Jahre 1947 wurde das erste Rüstfahrzeug, ein Amerikanischer Humber – Allrad, mit der RS 60 Pumpe (Baujahr 1940) angekauft.
Im Jahre 1955 gab es bereits eine Sirene.
Von 1957 bis 1966 war Engelbert Purkarthofer Kommandant, August Pölz sein Stellvertreter sowie Karl Gerstmann
Kassier. In dieser Zeit und zwar im Jahre 1963 konnte ein Berglandlöschfahrzeug-Allrad Type Austin Gipsy mit einer
Vorbaupumpe angekauft werden.
Heutige Aussagen vom damaligen Kommandanten Engelbert Purkarthofer bringen uns näher, dass – als er Kommandant
wurde – sich in der Wehrkassa ein Betrag von 50 Schilling befunden hat. Damals war nicht viel Geld vorhanden. Der Krieg
war, die Bürger waren arm. Es gab vielmehr Spenden bzw. Bettlerei für Material z.B. Holz, die sogenannten „Holzspenden“.
Auch waren die Uniformen sehr schlecht. Jeder Freiwillige hatte nicht mal ein Uniform. Feste Schuhe, eine gute Hose und ein Hut
mussten damals genügen.Auch erinnert sich der damalige Kommandant, dass er bereits mit
14 Jahren zur Feuerwehr beitrat bzw. nach seiner Kriegszeit von
8 Jahren einen Maschinisten/Hauptmannkurs in Graz absolviert hat.

Bild Oben: Übung mit der Pumpe RS60 beim Anwesen König Alois ca im Jahr 1956.

Bild Rechts : Alois König und Franz Kainz sen.

Ein Kommandofahrzeug – ein gebrauchter VW-Bus wurde im
Jahre 1974 unter der Führung von HBI August Pölz, OBI Emmerich
Schadl und Kassier Bartholomäus Schleinler angeschafft. Zu
diesem Zeitpunkt wurde bereits die Titulierung der Kürzung HBI
(Hauptbrandinspektor) für den Kommandanten sowie OBI
(Oberbrandinspektor) für dessen Stellvertreter eingeführt.
Im Jahre 1973 wurde in unsere Feuerwehr eine Frau
aufgenommen und zwar als Schriftführerin Gertrud Brandner.
Getrud Brandner war die erste Feuerwehrfrau in unserem Bezirk.
Unter der damaligen Führung nahm die Feuerwehr äußerst
schlagkräftig an Wettbewerben teil und somit wurden und
zahlreiche Pokale nach Hause gebracht.
Aus Altersgründen legten dann Pölz, Schadl und Schleinler die
Führung der Feuerwehr im Jahre 1976 in die Hände eines ganz
jungen Teams. HBI wurde Alfred Brandner, OBI Josef Rappold
und Kassier August Pock. Diese drei machten unter aktiver
Mithilfe aller Feuerwehrkameraden einen äußerst erfolgreichen
Weg.

Im Jahre 1980 wurde der VW-Bus gegen ein neues Allradfahrzeug Chevrolet- Suburban ersetzt. Eine Funksirenensteuerung
sowie Funkgeräte als auch Vollkörperschutzanzüge wurden angeschaffen. Der Halbausbau der Südautobahn A2 brachte sehr viele
technische Einsätze, wobei die Wehr als Autobahnfeuerwehr mit einer kompletten Ölalarmausrüstung im Teilstück Sinabelkirchen/
Gleisdorf zahlreiche Menschenleben retten konnte.
Jedoch mussten auf diesem Teilstück viele Menschen ihr Leben lassen. Der am meisten in Erinnerung gebliebene Unfall mit einer
enormen psychischen Belastung der Feuerwehrkammeraden war im Jahre 1987, wobei 7 Menschen bei nur einem einzigen
Unfall umkamen. Auch zwei der tüchtigsten Feuerwehrleute, BM Johann Oswald und LM Herbert Kothgasser hat die Wehr bei einem Verkehrsunfall auf der B65 auf dem Heimweg von der Arbeit am 07.07.1977 verloren.
Im Jahre 1985 nach ständig größer werdende Ausrüstungen, war der Bau eines neuen Feuerwehrhauses notwendig.
In einer Bauzeit von nur 3 Monaten konnte ein Schmuckstück von einem Rüsthaus mit einer darüberliegenden Mietwohnung
unter begeisteter Mithilfe aller Feuerwehrkameraden mit insgesamt 4000 Arbeitsstunden und einem Wert von
2.5 Millionen Schilling errichtet werden.

Im Jahre 1987 wurde ein neues Löschbergefahrzeug der Type Steyr im Wert von 2.5 Millionen Schilling angekauft. Finanziert
wurde das Fahrzeug durch Eigenmittel, mehr als 80 Patinnen, der Gemeinde und dem Land Steiermark. Im Jahr 1995 wurde das
ehemalige Milchhäusl als Lagerraum für sämtliche Eigentümer unserer Feuerwehr erworben. 1997 wurde zum OBI unser langjähriger HLM Franz Bertsch gewählt und zum Kassier sein Bruder OLM Richard Bertsch ernannt, da ihre Vorgänger die Ämter aus Zeitmangel zurücklegten. Im Februar 1999 legt HBI Brandner nach 23 Jahren als Kommandant sein Amt zurück und bei den ausserordentlich
einberufenen Neuwahlen wurden zum HBI Franz Bertsch und zum OBI Josef Rappold gewählt. Kassier blieb weiterhin Bertsch
Richard und neuer Schriftführer wurde HFM Josef Bertsch. Im Juni 1999 wurde unser Austin Gipsy nach 36 Einsatzjahren
aus Verkehrssicherheitsgründen ausgeschieden und an den Meistbieter versteigert. Herr Ing. Manfred Glettler ersteigerte das
Fahrzeug für sein Museum und restaurierte selbigen Original. In den darauf folgenden Jahren wurden immer wieder
Gerätschaften angeschafft, unter anderem auch ein Veranstaltungszelt mit Verankerungen. Im Jahre 2007 wurde nach 27 Dienstjahren unser Chevy ausgeschieden und durch ein MTF mit TS Anhänger ersetzt und feierlich eingeweiht. Nach achtjähriger Kommandantentätigkeit stellt sich HBI Bertsch Franz nicht mehr der Neuwahl. Bei den Neuwahlen am 4. März 2007 wird OBI Josef Rappold zum Kommandanten und LM
Markus Pock zum Stellvertreter gewählt. Im unseren Jubiliäumsjahr 2012 wurden bei der Wahlversammlung einstimmig LM Michael Papadi als HBI sowie LM Markus Haupt als OBI gewählt.

Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Obergrossau

Josef Lechner

† Josef Lechner
1912 – 1937

kein Bild

Vorhanden

† Ludwig Rosenberger
1937-1945

kein Bild

Vorhanden

† Heinrich Wurm
Kriegszeit

kein Bild

Vorhanden

† Leo Fellner
1945-1957

kein Bild

Vorhanden

Engelbert Purkarthofer
1957-1966

† August Pölz
1966-1976

Alfred Brandner
1976-1999

Franz Bertsch
1999-2007

Josef Rappold
2007-2012

Michael Papadi
seit 2012

Gruppenfotos von 1912-2012

Gründungsfoto

v.l.n.r.: 2. Reihe: Johann Purkarthofer jun., Ferdinand Mandl, Bartholomeus Schleinler, Josef Purkarthofer, Hermann Größenbauer, Josef Pirkheim, Franz Teuschler, Franz Kainz
1. Reihe: Johann Purkarthofer sen., Alois Rodler, Ludwig Rosenberger, Josef Lechner, Josef Reisenhofer, Alois König

Mannschaftsfoto 1987

[vc_h, FM Stefanie Thaller, FM Kerstin Kober, OFM Michaela Bertsch
2. Reihe: JFM Christoph Hamm, HBM Erwin Schaller, HFM Walter Dunkl, LM d.F. Thomas Dunkl, LM d.F. Markus Macher, LM Markus Haupt, LM Michael Papadi, BM Erwin Schober, OLM d.F. Richard Wilfling, HFM Oskar Skringer
1. Reihe: JFM Daniel Schober, OBI a.D. Franz Bertsch, EOLM d.F. Ferdinand Felber, OLM d.V. Josef Bertsch, HBI Josef Rappold jun., OBI Markus Pock, EOBI Josef Rappold sen., HLM d.F. Manfred Bohusch, BM d. V. Richard Bertsch, JFM Stefan Müller

Karl GERSTMANN
Bericht eines Zeitzeugens

Herr Josef Lechner war Feuerwehrhauptmann und Bürgermeister
bzw. auch Gastwirt in Obergroßau. Sein Stellvertreter war Ignatz
Fellner. Der Schwerpunkt der Einsätze war damals die Brandbekämpfung
an Haus und Wirtschaftsgebäuden. Auch die Wegverhältnisse
waren damals durch Regen oft katastrophal, zumal es damals
keine Wegbeschotterung gab.
Ab dem Jahr 1938 übernahm Leo Fellner das Kommando der
Freiwilligen Feuerwehr Obergroßau bis zu seiner Einberufung
zum Kriegsdienst. Ab dieser Zeit war Ludwig Rosenberger bzw.
nach ihm Heinrich Wurm. Resi Schadl war vertrat während der
Kriegszeit die Freiwillige Feuerwehr Obergroßau mit vielen
starken Frauen als Helferinnen.
Zu der Zeit der Besetzung unseres Landes durch die
Russen (Anfang Mai bis Anfang August 1945) gab es keine
Körperschaften. Es wurde nur ein Bürgermeister, Peter Tieber,
in der Zeit aufgestellt.
Erst als die Engländer im August 1945 die Besatzung unseres
Landes übernahmen, lebte die Wirtschaft durch die Vereine und
Körperschaften wieder auf.Leo Fellner übernahm nach seiner Heimkehr des Kriegsdienstes
wieder den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr
Obergroßau.

Das neue HLF-1 mit 11.06.2017

In Dienststellung des neuen HLF-1 der Freiwilligen Feuerwehr Obergrossau

Ab dem 11.06.2017 beim alljährlichen Feuerwehrfest wurde das neue Feuerwehrfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Obergrossau in den Dienst gestellt.

 

Genauere Daten für die Chronik folgen noch